Go to Top

Berichterstattung zum YPiH-Workshop auf dem ICIHM 2016 in Stuttgart

Vom 9.-11. Juni 2016 fand in Stuttgart der großartige „Congress for Integrative Health and Medicine“ mit Mitwirkenden aus aller Welt statt. MuM war Teil der eigens hierfür ins Leben gerufenen Initiative „Young People in Healthcare“ (YPiH).

Die Impulse von YPiH ermöglichten für insgesamt knapp 70 junge Menschen (Studierende, ÄrztInnen, andere Heilberufe) eine vergünstigte Teilnahme, sowie eine Präsenz auf der Veranstaltungsmesse und in Form von einem Workshop und einem interaktiven Podiumsgespräch zum Thema Ausbildung in der Integrativen Medizin.

An dieser Stelle sei der GLS Treuhand Zukunftstiftung Gesundheit sowie dem AnthroMed Kliniknetzwerk herzlich für ihre finanzielle Unterstützung für Stipendien und günstige Unterkünfte gesagt. Die Zukunftstiftung freut sich über Zuwendung, um immer wieder junge integrativmedizinische Initiativen fördern zu können!

Franca Liedhegener, Redakteurin der Zeitschrift Dr. med. Mabuse, war zu Gast in unserem Workshop „Was ist Integrative Medizin – individuelle und gemeinsame Wege“ – herzlichen Dank für den schönen Bericht!

Ganzer Bericht als PDF

Begegnung und Austausch

Eine Besonderheit des Kongresses war am zweiten Tag der Workshop der Initiative „Young People in Healthcare“. Eva Wartner (Medizin und Menschlichkeit e.V.), Christine Roth und Roman Schlager (beide Medizin mit Herz und Hand) hatten unter der Frage „Was ist Integrative Medizin?“ besonders die jüngeren TeilnehmerInnen zu einem persönlichen Austausch eingeladen. „Wir wollten den TeilnehmerInnen ermöglichen, sich auf mehreren Ebenen dem Begriff ‚Integrative Medizin‘ zu nähern“, erläuterte Wartner. Da es ihrer Meinung nach nicht „die“ Integrative Medizin gibt, sondern nur individuelle Herangehensweisen mit dem Ziel einer ganzheitlichen Medizin, gab es einen Einstieg über eine ganz persönliche Ebene: Die TeilnehmerInnen wurden aufgefordert, in Kleingruppen ihre eigenen Erfahrungen und Visionen für eine Praxis der Integrative Medizin miteinander zu teilen. „Integrative Medizin bedeutet für uns auch, verschiedene Perspektiven auszutauschen, anzuerkennen und voneinander zu lernen, daher ging es im ersten Teil auch in den Austausch mit dem ‚bedingungslosen Zuhören‘, in Offenheit, Wertfreiheit, Beobachten der eigenen Reaktionen, und dem ‚Sprechen von Herzen‘, über das reden, was ‚wirklich‘ relevant und echt ist”, so Wartner.
Im Anschluss wurden im kreativen Austausch gemeinsame Anliegen auf Postern zusammengetragen: Was bringen wir mit? – Offenheit, Interesse, das Denken in Möglichkeiten. Was wünschen wir uns für unsere Ausbildung? – Gemeinschaft, inspirierende Lehrer, Besprechung von Fallbeispielen aus dem „echten Leben“, weltweiten Austausch mit Studierenden. Was wünschen wir uns für die (Weiter-)Entwicklung der IM? – Kooperation zwischen Patienten und Therapeuten, mehr politische Unterstützung, interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Am Ende wurden die eigenen Erfahrungen und emotionalen Erlebnisse in der großen Runde ausgetauscht. Jeder, der etwas teilen wollte, war eingeladen, dies zu tun. Und gerade die Tatsache, dass nicht nur junge ÄrztInnen an diesem Workshop teilgenommen hatten, machte das Ganze zu einer besonderen Erfahrung. Eine ältere Teilnehmerin aus den USA erzählte, sie habe es sehr beeindruckt und inspiriert zu sehen, wie engagiert hier junge MedizinerInnen ihre Vorstellungen von einer besseren Medizin miteinander teilten. Das Erspüren der zwischenmenschlichen Ebene abseits von Forschungsergebnissen und Best-Practice-Modellen war sicherlich eine der größten Stärken dieses Workshops.